Sendung "Grenzenlos"

Ausgabe 29. Mai 2010
MP3 (56,9 Mb), OGG (57,7 Mb)

Theater in Mannheim

Bulgarische Studierenden aus Mannheim haben anlässlich des Tages der slavischen Schrift und Kultur ein Theaterstück vorbereitet. Am Telefon ist Lora Mineva.

Fußballturnier in Koblenz

Am 5. Juni findet in Koblenz eine Meisterschaft für Bulgaren im Ausland statt -- BG Cup. Ein Gespräch mit Hristo Dingozov.

Sechstes Welttreffen der bulgarischen Medien

Vom 16. bis 20. Mai ist in Wien das 6. Welttreffen der bulgarischen Medien stattgefunden. Ich war auch dabei.

Am Anfang war die Eröffnung in Österreichischen Nationalbibliothek. Der Saal war wirklich sehr schön. Über das Treffen haben feierliche Reden die Vorsitzenden der Bulgarischen Presseagentur, der Bürgermeister von Wien, der Premierminister von Bulgarien, die Bürgermeisterin von Sofia und der Hauptsponsor gehalten. Der Premierminister hat betont, dass die Medien in Bulgarien unabhängig sind.

Im offiziellen Teil des Programms wurde über die Entwicklungen der bulgarischen Medien im letzten Jahr berichtet.

Es folgte Diskussion, ob die Medien in Bulgarien unabhängig sind. Es gab viele Meinungen, aber keiner hat deutlich „Ja“ gesagt. Die Diskussion wurde eigentlich von mir eröffnet und ich habe das Konzept der freien Radios vorgestellt. Alle haben mich dann sehr sympathisch empfunden und wollten nachher mit mir reden.

Dann wurde über die archeologischen Entdeckungen auf dem Gebiet des heutigen Bulgariens vor 6 000 Jahre berichtet, erzählt wurde wie fortgeschritten die damalige Gesellschaft war. Vielen Anwesenden hat dieser Bericht sehr gut getan und ihre Seelen mit positiver Energie gefüllt. Anderen haben bemerkt, dass was vor 6 000 Jahre passiert ist, haben ganz andere Völker gemacht und wir sollen nicht stolz auf dessen Ereignisse sein, sondern die Gegenwart betrachten. Diesen Leuten wurde es vorgeworfen, dass sie negative Einstellung zur Welt haben.

In der nächsten Sitzung hat der Kulturminister gesprochen, dass die Medien über die bulgarischen Künstler und Kultur sprechen sollen, damit diese weltberühmt werden. Er meinte auch, dass die Kunststücke aus Bulgarien im Ausland ausgestellt werden sollen, damit die Welt über sie informiert ist. Gegen diese Idee wurde die Meinung geäußert, dass die Medien präsentieren, eher das Beste, als das Bulgarische. Desweiteren gibt es Leute die meinen, dass die Kunststücke in Bulgarien bleiben sollen und so die Touristen dort anziehen.

Die Kollegen aus Österreich haben ihr Projekt „Bulgarische Kulturbotschaftler“ vorgestellt, unterstütz vom bulgarischen Auswärtigen Amt. Ziel des Projektes ist herauszufinden, wie der bulgarische Staat durch die Medien im Ausland die Kulturerbe, Geschickte und Bräuche verbreiten kann. Das Produkt ist eine TV-Sendung im österreichischen Kanal Okto. Das jetztige Ziel ist ein Film über berühmten bulgarischen Künstlern zu drehen.

Am zweiten Vormittag haben die Sponsoren geredet, wie toll sie sind. Eingeladen waren auch Politiker, welche über Entwicklungspläne gesprochen haben. Über die Medien an sich war nicht die Rede.

Am Nachmittag wurde über das Völkergedächtnis und die Fazite aus der kommunistischen Zeit gesprochen. Die allgemeine Meinung war, dass in Bulgarien über die Repressionen nicht berichtet wurde und wird.

Während der letzten Sitzung vom zweiten Tag waren Statistiken über die Zeitungen in Bulgarien und die Entwicklung der Presse vorgestellt. In Bulgarien gäbe es die meisten Zeitschriften als Ausgaben pro Einwohner, dafür aber mit einer geringen Auflage.

Am dritten Tag wurde es über die Rolle der Religion gesprochen und ihre positive Auswirkung auf die Gesellschaft. In Bulgarien dürfen nun die Schüler Religionsunterricht besuchen, was vor einiger Zeit nicht der Fall war. Leider sind die Schüler, welche diese Unterrichten besuchen, sehr, sehr wenig.

Die vorletzte Sitzung war über die Kultur und Selbstbewusstsein von Emigranten. Da haben wieder die Sponsoren gesprochen, wie tolle Zukunft ihre Dienste haben, es wurde eine Webseite vorgestellt, mit Bulgaren, die viel für die geistige Entwicklung beigetragen haben und es wurde über die Probleme und Ereignissen der bulgarischen Schulen im Ausland erzählt. Logistisch war alles sehr gut organisiert, da haben wir Ausstellungen besucht und die Organisation wurde im kleinsten Detail überlegt.

Auf dem Treffen gab es auch mehrere Politiker. Die ursprüngliche Idee sei, dass die Politiker in der Regel reden und die Medien berichten, dieses mal sollte es umgekehrt sein – die Medien reden, die Politiker hören zu. Leider wurde diese Idee meiner Meinung nach nicht umgesetzt. In vielen Sitzungen haben diese Politiker dem Programm entsprechend über Kunst, Geschichte oder Kultur gesprochen und für medienbezogene Sachen ist nicht viel Zeit geblieben.

Das tollste an dem Treffen waren die Pausen, weil man sich mit vielen anderen Journalisten austauschen konnte. Es gab Leute, welche aus dem Nichts geschaft haben ein Medium zu entwickeln, welche z.B das Selbstbewusssein oder die bilaterale Beziehungen fördert. Man hat wirklich gemerkt, dass diese Menschen eigenes Geld ausgeben, damit das Medium nicht stirbt.

So zum Beispiel die Kollegen aus Ukraine, welche eine wöchentliche Zeitung herausgeben. Immer wieder wenn sie keine Motivation haben weiterzumachen, sagen das die Redakteure zu den Gründern. Die Gründer antworten „Wir glauben an euch, ihr macht das wunderschön!“. Dann gehen die Redakteure zu jemandem, der Geld hat, und erzählen ihm wie toll er ist und deswegen bekommt er kostenlose Werbung in der Zeitung. Dafür muss er der Redaktion nichts zahlen, lediglich die Rechnungen bei der Drückerei ausgleichen.

Man hat aber auch fgemerkt, dass nicht alle Anwesenden super toll waren und von konservativen Ansichten geprägt waren. Ich habe mich mit dem Direktor des Bulgarischen Nationalradios unterhalten und ihn gebeten, während der Sendungen in seinem Radio die Telefonnummern mit der Vorwahl zu nennen. Der Grund ist, dass die Sendungen ja in der Hauptstadt gemacht werden, die meisten Zuhörer jedoch auf dem Land wohnen und sie sollen beim Anrufen auch die Vorwahl der Hauptstadt anwählen. Als Nebeneffekt fühlen sich die Leute auf dem Land unwichtig, weil sie nicht in der Hauptstadt wohnen. Er hat diese Idee abgelehnt, jeder Bürger sollte die Telefonvorwahl von der Hauptstadt wissen.

Mein nächster Vorschlag war, wenn das Radio zusammen mit anderen Medien Kampagnen macht sich nicht als Medienpartner ausdrücklich zu erwähnen, denn das auf Minderwertkomplexe andeutet, welche durch das Erwähnen der eigenen Wichtigkeit ausgeglichen werden. Die Antwort war, dass das Radio fremde Ideen präsentiert, mit welchen das Radio nicht unbedingt einverstanden sei. Tja. Eine solche Kapmagne sollte die Autofahrer auf die Folgen des Alkoholkonsums aufmerksam machen. Diese Kapmagne war zusammen mit einer Zeitung gemacht und das Radio hat sich dann als Medienpartner bei jedem Ansage-Spot ausdrücklich bezeichnet. Wenn ich jetzt alles richtig verstanden habe, sind nicht alle Journalisten im Nationalradio einverstanden, dass man nur ohne Alkohol im Blut hinter den Steuer sich setzen darf und durch die Ansage „Medienpartner“ differenziert sich der Sender von dieser Kampagne.

Zum Schluss haben wir über die Programmvielfalt gesprochen. Tagsüber gibt es in Bulgarien drei öffentlich-rechliche Radioprogramme – Horizont, Hristo Botev und … das Dritte, das reginale. Früher gab es in meiner Heimatstadt auch nachtsüber drei Programme. Irgendwann hat irgerndwer beschlossen durch Tricks die Programmvielfalt zu reduzieren – alle regionale Sender und Hristo Botev machen ein Abendprogramm zusammen. Seitdem senden für drei Stunden nach Mitternacht auf allen eigenen Frequenzen das Nationalprogramm „Hristo Botev“ und das Dritte das gleiche Programm. So kommt es in Varna auf zwei verschieden Programme. In Sofia dagegen sind es drei – das dortige Dritte hat eigenständiges Programm. Viel besser wäre es, wenn die dritten, regionalen Sendungen zusammen ein Programm machen und das „Hristo Botev“ Programm weiterhin eigenständig bleibt. Die Kosten für die Ausstrahlung ändern sich dadurch nicht. Die Kosten für den Inhalt bleiben auch so, wie sie sind – schliesslich gibt es in der Hauptstadt abends drei verschidene Programme und im Rest des Landes – zwei.

Der Direktor vom Nationalradio hat gesagt, dass das regional Radio in Varna an dem gemeinsamen Abendprogramm nicht teilnimmt und somit dort abends auch drei paralelle Programme gibt. Ich habe nachher geprüft. Das stimmt leider nicht – in der Hauptsstadt gibt es abends drei verschiedene Programme, in Varna – zwei.

Vor dem Treffen wurden alle Teilnehmer gefragt, was sie für Themen in der Tagesordnung haben wollen. Ich selbst habe mich für das Treffen spät angemeldet, als das Programm für das Trefen schon fest war. Leider musste ich feststellen, dass es während des 6. Welttreffens der bulgarischen Medien nicht über die Medien gesprochen war, sondern über Themen, welche die Medien betreffen sollten. Der Austausch zwischen den Medien sollte in den Pausen von sich aus stattfinden.

Methodiustag in Ellwangen

Die Geschichte vom heiligen Methodius in Ellwangen erzählt Prof. Dr. Immo Eberl, Leiter Stadtarchiv Ellwangen.