Www Punkt irgendwas Punkt DE oder Punkt COM ist die allgemeine Form einer Internetseite. Fast immer enthält der Name zwischen www und den Bereich .de, .com nur die 26 Lateinbuchstaben, Ziffern oder Bindestriche. Diese Beschränkung muss aber nicht sein.
Jeder Server im Internet hat eine eindeutige Nummer und über diese Nummer können wir die Seiten auf dem Server öffnen oder Mail abrufen. Die Nummern kann man sich schwer merken, und um das ganze zu vereinfachen wurde DNS eingeführt. DNS steht für Domain Name Service und ermöglicht es die Rechner mit Namen anzusprechen. Im Hintergrund werden die Namen in Nummern umgewandelt, ohne dass der Benutzer etwas tun muss. DNS ist seit 1983 in Betrieb und die Idee damals war, dass die Servernamen nur Ziffern, Unterstrich, und Buchstaben aus den lateinischen Alphabet ohne Groß-/Kleinunterscheidung enthalten.
Bemühungen diese Einschränkung zu umgehen, begannen an der National Universität von Singapur. Im Juli 1998 wurde eine Arbeitsgruppe der ostasiatischen Staaten gegründet, die sich mit dem Problem beschäftigte. Es wurde der Begriff IDN eingeführt - Internationalized Domain Name - allsprachliche Namen von Bereichen. In 1999 wurden Demonstrationen mit Hieroglyphen auf verschieden Konferenzen vorstellt und am Anfang 2000 wurde eine Arbeitsgruppe berufen um ein Standard zu verfassen. Mit der Zeit entstanden immer mehr und mehr Arbeitsgruppen, bei verschiedenen Organisationen, die das Internet entwickeln. Im März 2003 wurde der Standard IDN veröffentlicht, der die Verwendung von nicht lateinischen Buchstaben in Servernamen ermöglichte.
Das Problem ist, dass DNS sich nicht auf einem Schlag ändern lässt, weil alle davon abhängen, daher werden die vorhandene Mechanismen nur erweitert. Somit ist nur eine stufenweise Umstellung zur IDN möglich. Damit die beide Systeme sich nicht widersprechen, werden die neuen Namen in lateinischen Buchstaben umgeschrieben, dann werden die üblichen Schritte erledigt und am Ende bevor das Ergebnis dem Benutzer mitgeteilt wird, kommt es zu noch einer Umwandlung, so dass der Mensch die Zwischenstufen gar nicht merkt. Die transitive Darstellung wird Punicode bezeichnet und in dem Format fangen alle Namen mit x, n, Strich, Strich an. So kann man Umlaute verwenden, ß wird daher lediglich als doppel-S dargestellt.
Wenn Ihr das alles wüsstet, würdet Ihr vielleicht eine Domain mit Eurem Namen registrieren wollen. Etwa wie Müller.de oder Küffner.de . Das geht nicht in allen Internetbereichen und nicht jede Verkaufstelle für Internetnamen wird es anbieten.
In den Bereichen .DE, .CH, .AT, .INFO können die neuen Namen ab März 2004 registriert werden, ab Oktober in .BIZ, ab Januar 2005 - in .ORG.
In Kraft sind auch weitere Beschränkungen. Z.B. im Bereich .org kann man keine griechische Buchstaben verwenden, sondern nur die Sonderzeichen aus dem Deutschen, Schwedischen, Dänischen, Lettischen Alphabeten. Das gleiche gilt für .info, .museum, .biz . In den Bereichen .gr und .cn sind nur Sondernzeichen zulässig, die aus dem griechischen, bzw. chinesischen Alphabet stammen. Im Namensraum .bg gibt es zur Zeit keine Server mit solchen Namen, bei Interesse konnte man diese registrieren. Nur in .com und .net gibt es gar keine Beschränkungen.
Um IDN Namen verwenden zu können, muss auch die Anwendung, die sie benutzen, die Funkionen unterstützen. Die g e g e n w ä r t i g e n Versionen von Firefox, Konqueror, Windows Internet Explorer, Mozilla, Netscape Navigator, Opera, Safari, SeaMonkey kennen IDN. Nun ist es so, dass bei Namen im Raum .com und .net der Punicode standardmäßig angezeigt wird. D.h. wenn der Name Sonderzeichen enthält, wird stattdessen ein unschöner Punicode-Name angezeigt. Das schützt die Benutzer von phishing - Attacken, die Domaene einsetzen, die visuel ganz gleich aussehen, es aber nicht sind.
Die Stadt Tübingen verwendet bereits dieser Möglichkeit: www.tübingen.de mit Umlaut kann man schon ansprechen.
Nach langem Suchen wurde am Ende einen Anbieter gefunden, der keine Einschränkungen bei den Namen in .net und .com durchsetzt. Und die Adresse .......net gibt es schon - ...... auf kyrillisch, .net auf lateinisch . die neueste Adresse unserer Sendung.
In der Zukunft werden für E-Mail Adressen, keine lateinische Buchstaben mehr erforderlich sein. Mit der Herausforderung ein Standard anzufertigen beschäftigt sich die IETF's Gruppe EAI -- email address internationalization -- und die Arbeit ist schon sehr fortgeschritten.
Wenn die Sachen einmal laufen werden wir in der Lage sein solche E-Mail Adressen auch im Radio zu nennen ohne sich zu fragen, ob es tubingen oder tuebingen gemeint ist.